Konzerte im Sommersaal · Saison 2016

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.«
(Matthias Claudius, 1740–1815)

 

Auch Johann Jacob Froberger (1616–1667), dessen 400. Geburtstag wir zum Anlass nehmen, sein Schaffen in drei wirklich besonderen Konzerten mit international geschätzten Interpreten vorzustellen, ist sehr viel gereist. Sein Leben wurde davon geradezu bestimmt. Viele bedeutende Musikerkollegen lernte er dabei kennen und ebenso konnte man ihn in politisch brisanten und geschichtsträchtigen Situationen an verschiedenen Orten antreffen. Unzählige Stationen prägten seinen Lebensweg und führten ihn in viele Städte und Länder. Reisen in Deutschland und nach Holland, England, Frankreich, Italien machten ihn zum Europäer, ganz im heutigen Sinn. Musikalisch führte er alle Einflüsse quasi in eine Synthese, so dass er als bedeutendster Komponist seiner Zeit für Tasteninstrumente galt.

 

Musikalisch begeben wir uns in den Konzerten in fremde Länder und Orte.
Wir lassen uns fesseln von persönlichen Geschichten.
Wir erfahren von schicksalhaften Begebenheiten.
Wir erleben traumwandlerische Tastenakrobatik.
Wir hören nicht nur den Kuckuck rufen.
Wir träumen von fernen Klängen.

 

Wir wünschen Ihnen vergnügliche Reisestunden!

 

Karten für alle Konzerte können Sie in unserem Veranstaltungskalender erwerben.

So, 17.01.2016, 15.00 h: Improvisationen von der Renaissance bis zum Barock

 

Studierende der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, Fachrichtung Alte Musik, improvisieren unter Leitung von Jostein Gundersen

 

Improvisieren – das kennt jeder und hat es schon einmal getan. In der Musik jedoch gehört es zum festen Bestandteil des Musizierens und so ist es geradezu eine Notwendigkeit, dass die Studierenden sich in dieser Praxis üben. Die kreative Auseinandersetzung mit Vorgegebenem bedeutet in dem Fall Neues schaffen. Aus der Musikgeschichte bekannt sind dabei u. a. »aus dem Stehgreif« gespielte Tanzsätze, Vorspiele und Begleitungen für Lieder, Verzierungen und später auch Kadenzen, in denen die Musiker ihr Können auf ganz besondere Weise unter Beweis stellen konnten.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 21.02.2016, 15.00 h: Musik und Literatur – Notenspur-Salon

 

Karl Gustav Nieritz: »Georg Neumark und die Gambe oder Wer nur den lieben Gott lässt walten« – Eine Volks- und Jugenderzählung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Musik für Viola da gamba

 

C. F. Abel: Allegro, WKO 198 (A 1: 18) · G. Neumark: Wer nur den lieben Gott lässt walten · J. de Sainte-Colombe: Prélude – Sarabande – Chaconne · C. F. Abel: Sonate [G-Dur], WKO 155 (A 1: 3) · C. F. Abel: Moderato, WKO 208 (A 1: 29)


Thomas Fritzsch, Viola da gamba, Moderation

 

Zu den bekanntesten Chorälen deutscher Sprache zählt »Wer nur den lieben Gott lässt walten«. Schöpfer von Text und Weise ist Georg Neumark (1621–1681), Dichter und Bibliothekar von Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar und einer der namhaften Gambisten des 17. Jahrhunderts. Nach eigenem Bekunden wurde Neumark 1640 in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges in einer Postkutsche überfallen und ausgeraubt. Völlig mittellos geworden, erhielt er Hilfe und fand Aufnahme in einer Pfarrersfamilie. Am Tage seiner Ankunft schuf er aus Dankbarkeit diesen Choral. Karl Gustav Nieritz (1795–1876, Kreuzschüler in Dresden, Lehrer und Schriftsteller) veröffentlichte diese Erzählung, eine frei erfundene Geschichte, in deren Mittelpunkt die wundersame Errettung des Gambisten Georg Neumark steht.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 13.03.2016, 15.00 h: Zum 335. Geburtstag von G. P. Telemann (*14.3.1681)

 

H. Purcell: Music for a while, aus: Oedipus, Z 583 · G. P. Telemann: Fantasie G-Dur, TWV 40: 15 · H. Purcell: If music be the food of love, Z 379 ·  Sweeter than roses, aus: Pausanius, the Betrayer of his Country, Z 585 · G. P. Telemann: Sonate D-Dur, TWV 41: D6 · H. Purcell: O let me weep, aus: The Fairy Queen, Z 629 · O solitude, my sweetest choice, Z 405 · G. P. Telemann: Fantasie Es-Dur, TWV 40: 20 · H. Purcell: Now that the sun hath veil’d his light, Z 193

 

Daivid Erler, Altus
Leipziger Barockorchester (Ensemble in residence des Bach-Museums):
Konstanze Beyer, Violine
Kathrin Sutor, Violoncello
Michaela Hasselt, Cembalo

 

Telemann war fraglos ein hervorragender und geachteter Komponist, der schon zu Lebzeiten auch über die Landesgrenzen hinaus berühmt war. Sein überaus reiches kompositorisches Schaffen, dass immer noch fast unüberschaubar ist, umfasst alle üblichen Musikgattungen seiner Zeit. Telemann, der durch den sich wandelnden »Geschmack« in der nächsten Epoche in Vergessenheit geriet, wurde auch nach der Wiederentdeckung der Bachschen Musik nicht sofort wieder beachtet. Erst mit der Renaissance der Alten Musik im 20. Jahrhundert rückten seine Werke wieder in den Fokus der Forschung und des Konzertlebens.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 27.03.2016, 15.00 h: »gieb jedem Instrument das, was es leyden kann ...«

 

Große deutsche Violinsonaten des Barock

J. J. Walther: Aria in forma di Sonatina g-Moll · G. Muffat: Sonate D-Dur · J. S. Bach: Präludium und Fuge h-Moll, BWV 893 · G. P. Telemann: Sonate G-Dur, TWV 41: G1 · G. F. Händel: Sonate D-Dur, HWV 371, op. 1 Nr. 13

 

Stephan Schardt, Violine
Elisabeth Wand, Violoncello
Sonja Kemnitzer, Cembalo

 

Die Violinsonate, deren Anfänge im 17. Jahrhundert in Italien zu finden ist und die später mit bedeutenden Musikern wie Vivaldi und Corelli eng verbunden ist, entwickelt sich in Deutschland unter namhaften Komponisten wie Schmelzer, der italienische und deutsche Stilelemente verbindet, Walther und Biber. Die nächste Generation im 18. Jahrhundert wird vor allem von J. S. Bach, der die deutsche Tradition durch eine Fülle von geigerischen Innovationen bereichert, und seinen Zeitgenossen repräsentiert. Auch Sonaten von Händel und Telemann gehören heute selbstverständlich zum festen Violinrepertoire.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 10.04.2016, 15.00 h: »tierisch barock«

 

J. H. Schmelzer: Sonata Cucù · Anonymus: Woodycock · J. C. Kerll: Capriccio sopra il cucu · J. C. Kerll: Passacaglia · J. J. Walther: Lento harpeggiante e rossignolo · P. F. Böddecker: Sonata sopra la monica · P. Philips: Bon jour mon cueur di Orlando · G. P. Cima: Sonata, aus: Concerti ecclesiastici · J. van Eyck: Engels Nachtegaeltje · D. Buxtehude: Sonate B-Dur, BuxWV 255 · J. Bull: The King’s Hunt · H. I. F. Biber: Sonata … representativa

 

Ulla Bundies, Violine
Christoph Harer, Violoncello
Mechthild Winter, Orgel, Cembalo

 

Kuckuck, Drosseln und Nachtigallen schlagen und frohlocken. Toccaten verwandeln sich in Taubenschläge, Sonaten werden zu Spatzenschwärmen, in Variationen tummeln sich Wachteln. Besonders artenreich präsentiert sich die Musik der frühbarocken Komponisten. Diese beweisen ein besonderes Ohr für die Musikanten des Tierreichs. Es erwartet Sie ein tierisches Vergnügen.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 24.04.2015, 15.00 h: Aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

 

Alexandra Röseler, Moderation, Mezzosopran, Cembalo
Thomaneranwärter und ehemalige Mitglieder des Thomanerchores

 

Der Thomanernachwuchs zeigt wieder, was er kann! In einem unterhaltsamen Programm zur Bachfamilie erklingt Musik aus der berühmten Sammlung, sowohl gesungen als auch am Cembalo gespielt. Alexandra Röseler versteht es, Geschichten und Begebenheiten mit Wissenswertem zum Barockzeitalter und der damaligen Musizierpraxis zu verbinden und auch das interessierte Publikum sängerisch mit einzubeziehen.

Ergänzt wird das Konzert durch Frühlingslieder.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 08.05.2016, 15.00 h: Johann Jacob Froberger (*1616) – Zum Jubiläumsjahr I

 

Zwischen den Welten: Lebens- und Reisestationen Brüssel und Paris

 

Bob van Asperen, Cembalo
Prof. Dr. Peter Wollny, Moderation

 

Der niederländische Cembalist Bob van Asperen, der zu den gefragtesten Spezialisten der Alten Musik zählt und dessen Repertoire praktisch die gesamte Klavierliteratur vom 16. bis zum 18. Jahrhunderts umspannt, darunter finden sich natürlich auch Werke Bachs und niederländischer Komponisten wie Sweelinck, hat eine Gesamteinspielung der Werke von Johann Jacob Froberger auf historischen Cembali und Orgeln vorgelegt. Die CDs dieser Edition wurden mit Preisen wie Dix du Répertoire, Diapason d’Or und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 29.05.2016, 15.00 h: Musik aus der Himmelsburg

 

Werke von A. Vivaldi, A. Falconieri u. a.

 

Liv Heym, Violine (Finalistin des Internationalen Telemann-Wettbewerbs Magdeburg 2015)
Leipziger Barockorchester (Ensemble in residence des Bach-Museums)
Leitung: Konstanze Beyer, Konzertmeisterin

 

Im Konzert erklingen originale Instrumente von Johann Christian Hoffmann (1683–1750) bzw. deren originalgetreue Kopien aus dem Besitz der Thomaskirche Leipzig. Über drei Generationen hinweg ist die Werkstatt der Lauten- und Geigenbauer Hoffmann in Leipzig tätig gewesen. Johann Christian Hoffmann war ihr bedeutendster Vertreter und bereits zu Lebzeiten hoch geschätzt. Hoffmanns Instrumente prägten das barocke Streicher-Klangbild in ganz Mitteldeutschland. Die Musik, seine Geigen und Lauten sowie eine Freundschaft verbanden ihn mit Johann Sebastian Bach. Noch heute sind in Leipzig Instrumente erhalten, die nachweislich von Bach angeschafft und unter ihm gespielt wurden.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

Do, 28.07.2016, 19.30 h: In memoriam J. S. Bach

Konzert zum 266. Todestag in der Thomaskirche Leipzig

So, 11.09.2016, 15.00 h: Johann Jacob Froberger (*1616) – Zum Jubiläumsjahr II

 

Zwischen den Welten: Lebens- und Reisestationen Hamburg und London

 

Menno van Delft, Cembalo, Clavichord
Camerata Bachiensis (Ensemble in residence des Bach-Museums)
Prof. Dr. Peter Wollny, Moderation

 

Menno van Delft, der aus den Niederlanden stammt, ist neben seiner ausgedehnten Konzerttätigkeit ebenso als Lektor und Herausgeber zu Themen wie Klaviermusik, Tasteninstrumente, Aufführungspraxis, Spieltechniken und Stimmung & Temperierung beschäftigt. Eine seiner Leidenschaften gilt dem Musizieren auf dem Clavichord. Menno van Delft unterrichtet am Conservatorium von Amsterdam und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Besonders verbunden ist er dem Bach-Wettbewerb Leipzig, in dem er als Juror tätig war.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 25.09.2016, 15.00 h: Auf Flügeln des Gesanges

 

Werke aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach sowie Lieder und Klavierstücke von F. Mendelssohn Bartholdy

 

Alexandra Röseler, Mezzosopran, Moderation
Frank Zimpel, Cembalo, Hammerflügel
Thomaneranwärter und ehemalige Mitglieder des Thomanerchores

 

Im 18. Jahrhundert war die Hausmusik, das gemeinsame Musizieren im Familien- und Freundeskreis als Gegenpart zur fürstlichen Kammermusik, im Alltagsleben der Menschen verbreitet und auch in der Familie Bach wurde sie gepflegt. Im folgenden 19. Jahrhundert wurde diese Tradition in den bürgerlichen Kreisen in Form der Salon-Musik weiter geführt und erlebte ihre Blütezeit. Neben Liedern und Quartetten wurde vor allem das klassische Klavierrepertoire gepflegt.

 

Konzert im Rahmen der Mendelssohn-Festtage
Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 09.10.2016, 15.00 h: »Abenteuer Musik«

Caterina Lichtenberg und Mike Marshall

 

Caterina Lichtenberg, Mandoline
Mike Marshall, Mandoline

 

Das außergewöhnliche Duo kommt stilistisch aus verschiedenen Welten: der Klassik und dem Jazz – C. Lichtenberg hat die einzige Professur für Mandoline in Europa inne und M. Marshall spielt u. a. Bluegrass und brasilianische Choro Musik und wurde unlängst für einen Grammy nominiert. Die beiden Musiker begeben sich in virtuoser Weise auf eine musikalische Stil- und Zeitreise durch die Epochen und spielen dabei sowohl auf historischen als auch auf modernen Instrumenten aus Europa und Amerika.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 23.10.2016, 15.00 h: Johann Jacob Froberger (*1616) – Zum Jubiläumsjahr III

 

Zwischen den Welten: Lebens- und Reisestation Regensburg

 

Jean-Claude Zehnder, Cembalo
Leipziger Barock-Consort
Prof. Dr. Peter Wollny, Moderation

 

Jean Claude Zehnder ist international angesehen als Interpret alter Orgel- und Cembalomusik. Neben seiner regen Konzerttätigkeit unterrichtete er über 30 Jahre die Orgelklasse der Schola Cantorum Basiliensis, aus der zahlreiche, mittlerweile bekannte Musiker hervorgingen, und ist europaweit als Dozent an Orgelkursen und als Juror bei Orgelwettbewerben tätig. Zudem trat er mit wissenschaftlichen Publikationen insbesondere zum Frühwerk Johann Sebastian Bachs hervor. Die Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund wurde Jean Claude Zehnder vor allem wegen seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Doppelbegabung verliehen.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 06.11.2016, 15.00 h: Collegium studiorum

 

Minsub Hong (Tenor), Caroline Jahn (Traversflöte), Nick Gerngroß (Tasteninstrumente)

Ein besonderer Schwerpunkt in der Ausbildung der Musiker der Abteilung Alte Musik liegt auf der Förderung der Kammermusik. Daneben gehören auch größere Projekte zum Studienalltag, so z. B. die Aufführungen von Barockopern, die musikalische Gestaltung einer Mette zum Bachfest oder eines Konzerts im Sommersaal. In diesem Konzert, das in Kooperation mit dem Bach-Archiv veranstaltet wird, stellen die Studenten das Programm eigens zusammen und musizieren vorrangig aus Originalquellen.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 04.12.2016, 15.00 h: Aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

 

Alexandra Röseler, Moderation, Mezzosopran, Cembalo
Thomaneranwärter und ehemalige Mitglieder des Thomanerchores

 

Der Thomanernachwuchs zeigt wieder, was er kann! In einem unterhaltsamen Programm zur Bachfamilie erklingt Musik aus der berühmten Sammlung, sowohl gesungen als auch am Cembalo gespielt. Alexandra Röseler versteht es, Geschichten und Begebenheiten mit Wissenswertem zum Barockzeitalter und der damaligen Musizierpraxis zu verbinden und auch das interessierte Publikum sängerisch mit einzubeziehen.

Ergänzt wird das Konzert durch weihnachtliche Gesänge.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

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