Konzerte im Sommersaal · Saison 2020

»... in der Mitte der Harmonie ...«

Der erste Bach-Biograph Johann Nikolaus Forkel (1749–1818), der auch in der Entstehungsgeschichte der ersten Bach-Gesamtausgabe eine maßgebliche Rolle spielte, sah Bach als »den größten Harmonisten aller Zeiten«. Bereits um 1800 war dies zur stehenden Redewendung geworden und Ludwig van Beethoven variierte in seiner begeisterten Reaktion auf die Ankündigung der »Oeuvres complettes« von Johann Sebastian Bach ab 1801 im Bureau de Musique (später C. F. Peters Verlag) den Ausspruch zu der Aussage »vom Urvater der Harmonie«.

 

Harmonie steht für Ebenmaß, Wohlklang, Ausgeglichenheit, Gleichklang, Konsens und ist als Universalbegriff in der Geistesgeschichte in vielen Einzeldisziplinen zu finden. Bereits Pythagoras schrieb »Das Schönste ist Harmonie«. Es ist nicht verwunderlich, dass vor allem auch in der Musik der Begriff häufig in Verbindung gebracht wird mit dem Streben nach Vollkommenheit, in der übereinstimmenden Vereinigung von unterschiedlichen Dingen bzw. zweier Gegensätze. Zu allen Zeiten in der Musikgeschichte verfassten musikwissenschaftliche Theoretiker und auch Komponisten zahlreiche Anweisungen zum Umgang mit der Harmonie.

 

In den Konzerten stehen die Werke Bachs, seiner Vorgänger und Nachfolger im Fokus der Programme. Es werden einerseits die Quellen Bachscher Kompositionen aufgespürt und andererseits gezeigt, dass Komponisten in späteren Zeiten Techniken J. S. Bachs in ihre Werke einfließen ließen. Einer davon war Ludwig van Beethoven, zu dessen 250. Geburtstag das Bach-Museum die Sonderausstellung »Bach und Beethoven« präsentieren und ein Konzert unter demselben Motto veranstalten wird. Bereits als Kind studierte Beethoven die Klavierwerke Bachs unter seinem Bonner Lehrer C. F. Neefe. Später in Wien setzte er seine Beschäftigtung damit fort und im Salon des Baron von Swieten spielte er regelmäßig verschiedenste Kompositionen Bachs.

 

Wir wünschen ihnen »harmonische« Konzerterlebnisse!

 

Karten für alle Konzerte können Sie in unserem Veranstaltungskalender erwerben.

So, 19.01.2020, 15.00 h: Improvisationen von der Renaissance bis zum Barock

 

Studierende der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, Fachrichtung Alte Musik, improvisieren unter Leitung von Martin Erhardt und Jostein Gundersen

 

Spielen, Singen, Tanzen – in diesen drei Bereichen gelingt den Studierenden der Alten Musik die Improvisation auf vielfältige Weise. Sie ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung: das Erfassen von Vorgegebenem, Erfinden im Moment und gleichzeitige Umsetzen mit Stimme oder Instrument bilden die Grundlage einer Improvisation.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 23.02.2020, 15.00 h: Notenspur-Salon – »Gemischtes Doppel«

    

 

Werke von Bach-Söhnen, W. A. Mozart, J. Haydn und Improvisationen

 

Anne-Sophie Noeske, Hammerklavier
Panagiotis Linakis, Cembalo

 

Mit diesem »gemischten Doppel« treten zwei Musiker auf das Spiel-Feld und eröffnen einen spannenden und einzigartigen Dialog im Mit- und Gegeneinander der Stimmen auf zwei verschiedenen historischen Tasteninstrumenten. Auf überraschende Weise wird auf diesen Instrumenten in unvorhersehbaren Spielwechseln rasante, amüsante, beschauliche und erbauliche Musik re-präsentiert.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 22.03.2020, 15.00 h: Forschung im Konzert – Auf dem Weg zu Bach

 

Werke von J. Rosenmüller, J. Kuhnau, J. Schelle, S. Knüpfer

 

Ensemble 1684
Leitung: Gregor Meyer, Truhenorgel
Prof. Dr. Peter Wollny (Bach-Archiv Leipzig), Moderation

 

Das Genie Johann Sebastian Bachs gedieh auf dem fruchtbaren musikalischen Humus des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Vier Leipziger Komponisten erwiesen sich dabei als besonders nährstoffspendende Quellen des neu entstehenden »hortus musicus«. Das Programm macht sich auf zu diesen Quellen und präsentiert vielfarbige Schöpfungen von Johann Rosenmüller, Sebastian Knüpfer, Johann Schelle und Johann Kuhnau.

 

Karten: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 19.04.2020, 15.00 h: »Bachs Cello ... es machte ihm Vergnügen«

Foto Marion Wenzel, Universität Leipzig

 

Werke von J. S. Bach

 

Volker Mühlberg, Viola da spalla
Jan Katzschke, Cembalo

 

In diesem Konzert erklingen Sonaten, die J. S. Bach sowohl auf dem Cembalo als auch auf der Viola da spalla selbst gespielt haben könnte. Bach besaß zwei solcher Instrumente des Leipziger Geigenbauers Johann Christian Hoffmann, die er auch in seinen Kantaten als Violoncello piccolo einsetzte. Die auch als »Schulter-Violen« bezeichneten Instrumente sind im Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig zu bestaunen.
Das oben abgebildete Violoncello piccolo stammt von Johann Christian Hoffmann und wurde in Leipzig im Jahr 1732 gefertigt. Es gehört dem Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig (MIMUL 918).

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 10.05.2020, 15.00 h: Aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach und Frühlingslieder

 

Alexandra Röseler, Moderation, Mezzosopran, Cembalo
Thomaneranwärter und ehemalige Mitglieder des Thomanerchores

 

Der Thomanernachwuchs zeigt wieder, was er kann! In einem unterhaltsamen Programm zur Bachfamilie erklingt Musik aus der berühmten Sammlung, sowohl gesungen als auch am Cembalo gespielt. Alexandra Röseler versteht es, Geschichten und Begebenheiten mit Wissenswertem zum Barockzeitalter und der damaligen Musizierpraxis zu verbinden.

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00
Veranstalterin: Alexandra Röseler

So, 24.05.2020, 15.00 h: Der musikalische Streit

 

Werke von L.-A. Dornel, P. D. Philidor, G. F. Händel, J. S. Bach u. a.

 

Musical Delight:
Dorothee Kunst, Traversflöte
Susanne Peuker, Theorbe, Barockgitarre

 

Musical Delight – »musikalisches Vergnügen« ist nicht nur der Name des Bremer Ensembles, sondern auch das Ergebnis ihres Musizierens. Es zeichnet sich durch ein intimes, lebendiges und ausdrucksstarkes Zusammenspiel aus und entführt die Zuhörer in eine Welt sensibler, verträumter Klänge. Die Traversflöte besticht durch ihren warmen, farbigen Klang sowohl in cantablen als auch brillant-virtuosen Passagen, verschmelzend mit einem Lautenklang, der nicht nur begleitet, sondern ein filigranes, kunstvolles Gewebe entwirft.

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

Mi, 15.07.2020, 20.00 h, Evanglisch Reformierte Kirche: Eröffnungskonzert

 

Eröffnungskonzert des XXII. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig
 

Werke von J. L. Bach, J. S. Bach, G. P. Telemann und F. Mendelssohn Bartholdy

 

Juliana Koch, Oboe
Maia Cabeza, Violine
Mendelssohn Kammerorchester Leipzig

 

Kartenpreis: € 20,00 / ermäßigt: € 15,00

Sa, 25.07.2020, 20.00 h, Thomaskirche: Preisträgerkonzert

 

Preisträgerkonzert des XXII. Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig
 

Werke von J. S. Bach u. a.
 

Preisträger des Bach-Wettbewerbs in den Fächern Orgel, Gesang, Violoncello/Barockvioloncello, Pauliner Barockensemble, Leipziger Barockorchester

 

Kartenpreis: € 25,00 / ermäßigt: € 18,00

Di, 28.07.2020, 19.30 h, Thomaskirche: In memoriam

(c) MDR Stephan Flad.jpg

 

Konzert zum 270. Todestag in der Thomaskirche Leipzig
 

Johann Sebastian Bach: Vor deinen Thron tret ich hiermit, BWV 668
Johann Sebastian Bach: Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu dir, BWV 131
Johann Sebastian Bach: Wer weiß, wie nahe mir mein Ende, BWV 27
Johann Christoph Bach: Der Gerechte, ob er gleich zu zeitlich stirbt
Johann Michael Bach: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt

 

Solisten
Leipziger Cantorey
Sächsisches Barockorchester
Nicolas Berndt, Orgel
Thomaskantor Gotthold Schwarz, Leitung

 

Zum 270. Mal jährt sich bereits Johann Sebastian Bachs Todestag. An diesem Tag endet im MDR-Musiksommer traditionell die Reise zu Bachs Wirkungsstätten und führt damit auch 2020 nach Leipzig, wo Bach als Thomaskantor Musikgeschichte geschrieben hat. Der aktuelle Thomaskantor Gotthold Schwarz ehrt seinen Amtsvorgänger mit einem Programm, das den Blick auch auf dessen Anfänge als Kantatenkomponist lenkt:
Erst 22-jährig komponierte Bach 1707 die Kantate »Aus der Tiefen rufe ich« – vermutlich das früheste Werk seines umfangreichen Kantatenschaffens. Sie fügt sich ein zwischen Vokalwerke der weitverzweigten Bachfamilie, die nach den letzten Dingen fragen. So wie der Choral »Vor deinen Thron tret’ ich hiermit«, mit dem sich der Meister noch in seinen letzten Lebenstagen befasst haben soll und der wie in jedem Jahr dem Gedenkkonzert den Rahmen gibt.

 

Eine Kooperation zwischen MDR Kultur, MDR Musiksommer, Bach-Archiv und Thomaskirche Leipzig


Kartenpreise: € 35,00 | 27,00 | 14,00 / unterschiedliche Ermäßigungen
Karten unter http://mdr-tickets.de und im Thomasshop ab 15.11.2019

Das Konzert wird von MDR Kultur mitgeschnitten.

So, 20.09.2020, 15.00 h: Forschung im Konzert – Bach und Beethoven

 

Werke von J. S. Bach, C. P. E. Bach, C. G. Neefe und L. v. Beethoven

 

Camerata Bachiensis:
Roberto De Franceschi, Oboe, Traversflöte
Anne Kaun, Violine, Viola
Magdalena Schenk-Bader, Violine, Viola
Philipp Weihrauch, Violoncello
Julia Chmielewska-Ulbrich, Cembalo, Truhenorgel
Dr. Manuel Bärwald (Bach-Archiv Leipzig), Moderation

 

Beethoven bezeichnete Bach als den »Urvater der Harmonie«. Zum 250. Geburtstag des Jubilars geht das Programm auf Spurensuche der Beziehung Beethovens zu Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach. In einigen seiner Kompositionen Beethovens lässt sich eine deutliche Affinität im Stil und im musikalischen Temperament finden.

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 18.10.2020, 15.00 h: Zwischen Lübeck und Wien

 

Sonaten und Triosonaten von D. Buxtehude, P. H. Erlebach, J. H. Schmelzer und J. S. Bach

 

Konstanze Beyer, Violine
Hille Perl, Viola da gamba
Mechthild Winter, Cembalo

 

Den drei Instrumenten, die im 17. Jahrhundert zur Blüte gelangten, wurde von Virtuosen selbst eine neue, noch nie gehörte Musik auf den Leib geschrieben. Zu Gehör kommen Kompositionen, die das Soloinstrument in besonderer Weise zum Klingen bringen, und solche, in denen Violine und Viola da gamba wie in einem verständigen Gespräch von Rede, Gegenrede und Übereinstimmung mit Unterstützung und Beteiligung des Cembalos ihr Ausdrucks- und Klangspektrum weiter entfalten.

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 15.11.2020, 15.00 h: Gönne uns deinen himmlischen Frieden

 

Werke von J. H. Schein, J. S. Bach, J. Hildebrand, S. Knüpfer

 

L’Anima Barocca
David Erler, Altus
Katharina Holzhey, Viola da gamba
Stefan Rath, Laute
Christiane Bräutigam, Orgel

 

Das von Christiane Bräutigam gegründete Ensemble beschäftigt sich in wechselnder Besetzung mit der Vielfalt des barocken Musizierens im Umfeld des begleiteten Sologesangs. Es präsentiert ein Programm, in dem es um Verzweiflung, Abschied, Trost und Hoffnung geht und in dem vor allem »vorbachische« Komponisten vertreten sind, deren Textvertonungen von Schmerz und Leid, ähnlich wie die Musik Bachs, die Herzen berühren.

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00

So, 06.12.2020, 15.00 h: Aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach und weihnachtliche Gesänge

 

Alexandra Röseler, Moderation, Mezzosopran, Cembalo
Thomaneranwärter und ehemalige Mitglieder des Thomanerchores

 

In einem unterhaltsamen Programm zur Bachfamilie erklingt Musik aus der berühmten Sammlung, sowohl gesungen als auch am Cembalo gespielt. Alexandra Röseler versteht es, Geschichten und Begebenheiten mit Wissenswertem zum Barockzeitalter und der damaligen Musizierpraxis zu verbinden und das Publikum sängerisch mit einzubeziehen. 

 

Kartenpreis: € 15,00 / ermäßigt: € 10,00
Veranstalterin: Alexandra Röseler

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