Sonderausstellung »Hof-Compositeur Bach«

 

Auf gute Beziehungen zu Fürsten legte Johann Sebastian Bach höchsten Wert. Ein Drittel seines Berufslebens stand er in fürstlichen Diensten ‒ als Hoforganist und Konzertmeister in Weimar (1708–1717) sowie als Kapellmeister in Köthen (1717–1723). Auch als Leipziger Thomaskantor erhielt er höfische Ehrentitel: 1729 wurde er zum Sachsen-Weißenfelsischen Hofkapellmeister ernannt, 1736 verlieh ihm der Dresdner Hof den Titel „Hof-Compositeur“. In Bachs Biografie spiegelt sich die einzigartige Dichte kleiner Residenzen in Mitteldeutschland. Politisch meist unbedeutend, entfalteten sie Glanz und Pracht auf dem Gebiet der Kultur. Bekannte Werke wie die Brandenburgischen Konzerte, die Jagdkantate oder das Orgelbüchlein zeugen von Bachs innovativen und virtuosen Kompositionen für Höfe. Doch wie verlief eine fürstliche Festmusik eigentlich?

Wer waren Bachs Auftraggeber und welche Pflichten hatte er zu erfüllen? Die interaktive und klingende Ausstellung stellt Bachs Kompositionen in den Kontext des höfischen Lebens voller Regeln und Zeremonien. Zu den kostbarsten Exponaten gehören originale Bach-Handschriften der Brandenburgischen Konzerte, der Messe in h-Moll und der erst 2005 vom Bach-Archiv entdeckten Arie „Alles mit Gott und nichts ohn‘ ihn“. Eine Fürstengalerie, Tafelgegenstände und Schriften wie das „Mandat wider das unbefugte Trompeten-Blasen“ führen in die Welt des Hofes ein. Zahlreiche Hörstationen bringen seine Musik zum Klingen. Eine Medienstation lädt dazu ein, in Bachs Notenhandschriften zu blättern, seine Aufführungsorte in Weimar und Köthen näher kennenzulernen oder ein amüsantes Quiz zu lösen.

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