Sebastians Wasserreich und vieles mehr

Wie taucht man in die Welt des Barock ein, und wie begeistert man Kinder und Jugendliche für einen Komponisten, der vor 300 Jahren gelebt hat? Zu Bachs Zeit war vieles anders als heute, manches aber auch nicht. Auch Bach und seine Zeitgenossen achteten auf modische Kleidung und Frisuren, sie hatten Hobbies und eine Lieblingsspeise, Träume und Ängste. Hier kennen sich Kinder und Jugendliche aus. Was vertraut ist, lässt sich vergleichen und vorurteilsfrei erforschen. Man kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich einem historischen Thema auf vergnügliche Weise nähern: über barocke Kleidung, Menuette im Sommersaal,  Gänsefeder und Tinte, Kistenkinos oder Trickfilme. Besondere Ergebnisse erzielen Projekte, bei denen sich Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum mit Bach beschäftigen. Hier finden Sie eine Auswahl unserer museumspädagogischen Projekte:

Sebastians Wasserreich

Bilder einer Ausstellung: Sebastians WasserreichVitrinen und Aquarien haben vieles gemeinsam, entdeckten Schüler bei ihrem Ausflug ins Museum, und in einem Bach schwimmen schließlich auch Fische. Projekt und Ausstellung zu »Sebastians Wasserreich« sind im Jahre 2013 aus einem Bündnis für Bildung des Bach-Museums und der Karl-Liebknecht-Grundschule hervorgegangen. Der Künstler Karl Anton gestaltete Malstunden im Bach-Archiv und anderen Leipziger Museen. An dem Bündnis haben annähernd 100 Kinder teilgenommen und ihre Sinne und Wahrnehmung geschult. In der sog. MuseobilBox, einem Miniatur-Museum für zu Hause, gestalteten die Kinder abschließend ihre individuellen Bach-Aquarien.

Bach Bäche Bachstelzen

Bach aus Draht, aus Wasserflaschen oder Zeitungspapier... In der Ausstellung »Bach, Bäche, Bachstelzen«, die im Winter 2010/2011 im Bach-Museum gezeigt wurde, haben sich Kinder und Jugendliche des Leipziger KINDER ATELIER KAOS auf vielfältige Weise mit Johann Sebastian Bach beschäftigt und dabei eine Grafikserie voll Witz, Ironie und Wortspielereien geschaffen. Abgerundet wurden die Arbeiten durch große Bachbüsten aus ganz unterschiedlichen Materialien. Die Skulpturen aus Draht, Holz, Gasbeton oder Plastikflaschen konnten nicht nur betrachtet, sondern auch spielerisch genutzt werden. Die Ausstellung umfasste insgesamt 144 Grafiken und sechs Büsten.

  

Der Trick mit dem Film

Nur selten sind Schüler begeistert, wenn es um Lehrplan-Themen wie »Concerto Grosso« oder »Kantaten« geht. Dagegen ist das Interesse für neue Medien groß. Der fächerverbindende Unterricht in Sachsen bietet die Möglichkeit, diese scheinbaren Gegensätze sinnvoll zusammen zu führen. Das Medium Film, seine Technik und Produktion, fasziniert auch Schüler, die musischen Fächern eher aus dem Weg gehen. Erwünschter Nebeneffekt: mit Inhalten und Musik, über die man einen Film drehen möchte, setzt man sich intensiv auseinander.
Zum wiederholten Male haben sich Schüler der Christoph-Arnold-Grundschule und der 68. Oberschule Leipzig in einer Projektwoche mit Leben und Werk Johann Sebastian Bachs beschäftigt und dazu im Rahmen des Kunst- und Musikunterrichts Trickfilme produziert. Wie gut, dass die Schüler vorher nicht wussten, wie viel Mühe solch ein Trickfilm macht. Doch wenn alle an einem Strang ziehen, vielleicht auch Aufgaben übernehmen, die sie sich vorher niemals zugetraut hätten, vergessen die Filme-Macher "ihr" Bach-Werk so schnell nicht wieder.

 

Roots in the Bags

Was würdest du mitnehmen, wenn du von heute auf morgen deine Heimat mit einer kleinen Tasche verlassen müsstest? Die eigenen Wurzeln im Rucksack transportieren - eine Idee der Leipziger Künstlerin Britta Schulze. Ihr Projekt »Roots in the Bags« geht den kulturellen Wurzeln von Kindern und Jugendlichen aus einem Leipziger Flüchtlingsheim und dem Offenen Freizeittreff Rabet nach, macht sie sichtbar und transportabel. Das Bach-Museum Leipzig ist Kooperationspartner von »Roots in the Bags«, das von Mai bis September 2016 viele Leipziger Orte und Museen besucht und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.
Kinder aus einem Erstaufnahmeheim besuchten am 7. Juli 2016 das Bach-Museum, um die Wurzeln der Leipziger über den Komponisten und seine Musik kennen zu lernen. Mit großer Ausdauer haben sich die Kinder anschliessend dem Schreiben des deutschen Alphabets mit Gänsefeder und Tinte gewidmet.

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