»Die Musik muss das Herz rühren« – C.P.E. Bach zum 300. Geburtstag

07. März – 20. Juli 2014

Carl Philipp Emanuel Bach

Carl Philipp Emanuel Bach war in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bekannter als sein heute weltberühmter Vater Johann Sebastian. Am 8. März 1714 in Weimar geboren, ließ er die barocke Klangwelt seiner Jugend bald hinter sich und vertrat ein neues Lebensgefühl mit individuelleren Ausdrucksformen. Er wurde zum bedeutendsten Komponisten der Epoche der Empfindsamkeit und war ein geschätztes Vorbild für Komponisten wie Mozart oder Haydn.

Aus seiner frühen Schaffensphase in Leipzig und Frankfurt an der Oder, wo er erste wichtige  musikalische Erfahrungen sammelte, sind nur wenige Kompositionen erhalten. C. P. E. Bach selbst vernichtete später viele seiner Frühwerke. In der Ausstellung werden jedoch einige seiner frühesten erhaltenen Handschriften gezeigt, so eine erst 2010 in Mügeln (ca. 60 km östlich von Leipzig) entdeckte Kantate oder ein Schulheft des 13-jährigen Thomasschülers. Außerdem wird sichtbar, dass sich Carl Philipp Emanuel intensiv mit dem Werk seines Vaters auseinandersetzte, aber dennoch ganz eigene Wege ging. Ab 1738 war er drei Jahrzehnte lang Cembalist bei Friedrich II. in Berlin/ Potsdam. Exponate aus dieser Zeit sind beispielsweise Kompositionen für Cembalo und sein erstes großes Vokalwerk, das Magnificat. Europäische Berühmtheit erlangte Bach während seiner Zeit als Musikdirektor in Hamburg, unter anderem mit dem großen Chorwerk »Heilig« und zahlreichen Klavier-Sonaten. Briefe und Stammbucheinträge zeugen von vielfältigen Kontakten und Freundschaften mit Künstlern, Intellektuellen und Geschäftspartnern. Nach dem Urteil eines ehemaligen Kommilitonen habe sich Bach »durch Natürlichkeit, Tiefe und Nachdenklichkeit« ausgezeichnet und »sei trotzdem ein lustiger Gesellschafter gewesen« (J. v. Stählin, 1784).

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